St. Bartholomäus – Neukonzeption Sakralraum
Görwihl

Architekturbüro
Erzbischöfliches Bauamt Freiburg
Freiburg
www.ebfr-bau.de/freiburg
Bauherr
Römisch-Katholische Kirchengemeinde St. Wendelinus-Hotzenwald
Görwihl
Auszeichnung
2026
Sachgruppe
Sakralbauten, Kirchl. Gemeindezentren
Kreisgruppe
Hochrhein
Jahr der Fertigstellung
2025
Beschreibung
Beschreibung

Eine Kirche, die in ihrer Umgestaltung das ausdrückt, was sie im Innersten ist: ein Ort der Suche und Transzendenz. Eine Kirche des Aufbruchs und der Bewegung.
Altar, Ambo und Taufstein werden zu Inseln im freien Raum, Ankerpunkte einer Liturgie in Bewegung. Der Kirchenraum selbst wird so zum „Mitsuchenden“. Durch die Weite und Klarheit des Raumes werden neue Freiräume geschaffen. Die Gestaltung verzichtet auf Überfrachtung, um das Wesentliche in den Vordergrund zu rücken: die Begegnung zwischen Mensch und Gott.
Zentrales Element ist das große Labyrinth im Boden, spirituelles Symbol des Lebens- und Glaubenswegs – ein endlicher Weg mit Schleifen, aber kein Irrweg. Es lädt dazu ein, sich zu bewegen, nicht nur körperlich, sondern auch innerlich.
Auch die Lichtführung wurde spirituell gedacht, dem Labyrinth als Symbol des Irdischen wurde ein Möbiusband als Symbol des Unendlichen gegenübergestellt. Mit jedem Schritt, jedem Blickwinkel verändert sich seine Form und lädt dazu ein, auch die eigene Perspektive immer wieder neu auszurichten.
Vorhandenes wurde erhalten und behutsam weitererzählt. So wurden aus den ehemaligen Kirchenbänken die neuen Einbauten für Stuhllager und Emporenaufgang.
Die erneuerte Pfarrkirche St. Bartholomäus ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass ein lebendiger Glaube auch neue Freiräume zur Entfaltung braucht.

Würdigung
Würdigung

Die Neukonzeption der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Görwihl stellt mit Bravour unter Beweis, dass im ländlichen Raum eine mutige Transformation von Sakralbauten möglich ist. Der Umbau eröffnet dem Wandel traditionell eingespielter religiöser Gepflogenheiten im 21. Jahrhundert einen neuen Möglichkeitsraum. Dabei erfolgt der architektonische Eingriff gewaltig und behutsam gleichermaßen. Wo gestern noch Kirchenbänke in Reihen standen, wurde in einem Wechsel aus hellem und dunklem Kalkstein das Bild eines runden Labyrinths in den Boden eingearbeitet, eine lose Bestuhlung findet sich jenseits dieser Fläche. Der Altar wird an die neue Mitte gerückt, der Ambo diesem diametral entgegengesetzt. Diese Eingriffe demonstrieren vorbildlich eine grundlegende Neuordnung des Raumes. Vollkommen überzeugt der Ansatz, die Kirchenbänke im Sinne zirkulärer Wiederverwendung von vorhandenem Baumaterial als Wandvertäfelungen neuer Nebenräume einzusetzen. Gleichwohl wurde von den Gestaltern klug erkannt, dass das kreisförmige Labyrinth räumlich eines Pendants unter der nüchternen Holzdecke bedarf. Auch wenn dieses Element etwas provisorisch anmutet, so streift der Blick von dort unmittelbar weiter zu den prächtigen Kirchenfenstern, die schon durch bloße Reinigung in neuem Glanz erstrahlen.
Mit dem Umbau von St. Bartholomäus wird mit großer Sensibilität vorgetragen, wie weniger so viel mehr sein kann

Projektbeteiligte
Projektteam
Holger Schwartz (Projektleitung, Erzb. Bauamt Freiburg),
Philipp Krechting (Amtsleitung, Erzb. Bauamt Freiburg),
Martin Lauber (Bauleitung, Architekturbüro Lauber)
Weiteres Architekturbüro
Architekturbüro Martin Lauber, Rickenbach, www.architekt-lauber.de
Haustechnik
Ing.-Büro Behringer – Sven Behringer, Todtnau
Elektro
StromTiger – Oliver Bauch, Görwihl
Bauphysik
Henning Großeschmidt, Bernried
Akustik
Ton im Raum – Stefan Hepp, Denzlingen
Lichtplanung
Syma Lighting System – Georg Weitz, Lucena (ES)
Standort
Kirchstraße 1, 79733 Görwihl
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