In der Tübinger Nordstadt, nahe Universitätsklinikum und Max-Planck-Instituten, entwickelt sich der Technologiepark Tübingen zu einem gefragten Standort für Unternehmen aus Bio-, Nano-, Medizin- und Informationstechnologie. Das Biotechnologie-Zentrum von Immatics liegt zentral und wird durch einen Erweiterungsbau ergänzt, der flexible Büroflächen sowie einen neuen Foyer- und Konferenzbereich schafft. Das begrenzte Baufenster und die Lage am „Platz an der Sternwarte“ stellen eine Herausforderung dar, bieten aber auch Chancen für eine innovative Erweiterungsstrategie. Ein schlanker Gebäuderiegel mit ausgelagerten Infrastrukturkernen verbindet Bestand und Neubau funktional und gestalterisch. Das Konzept schafft optimale Tageslichtbedingungen, einen geschützten Hofbereich und einen eigenständigen Baukörper als neue Platzkante. Die runde Formensprache der Infrastrukturkerne nimmt Bezug auf die benachbarte Sternwarte, während der Gebäuderiegel mit ruhiger Fassadengliederung und abgestimmter Farbgebung eine Verwandtschaft zum Bestand sucht. Am Kopf öffnet sich die Fassadengliederung bewusst, um mit einem großzügigen Foyer eine markante Eingangsgeste zu schaffen. Eine Café-Bar sorgt für eine offene Verbindung zum neugestalteten Platz.
Die Erweiterung des Biotechnologie-Zentrums überzeugt durch die eindeutige städtebauliche Setzung und eine zeitlose architektonische Haltung. Mit dem schlanken Gebäuderiegel werden die funktionalen Anforderungen erfüllt und zugleich eine neue räumliche Fassung des Platzes an der Sternwarte geschaffen. Der Neubau vermittelt selbstverständlich zwischen Bestand und öffentlichem Raum. Der sensibel proportionierte Baukörper besticht durch seine klare Fassadengliederung. Die Auslagerung der Infrastrukturkerne ermöglicht flexible, gut belichtete Büroflächen und verleiht dem Gebäude seine charakteristische Gestalt. Die gerundeten Formen nehmen nachvollziehbar Bezug auf die Sternwarte, ohne formal zu überzeichnen. Die Öffnung zum Platz setzt einen bewussten Akzent. Das großzügige Foyer formuliert eine klare Adresse und verleiht dem Zentrum angemessene öffentliche Präsenz. Das Café stärkt die Verbindung zwischen Gebäude und Platz und schafft einen kommunikativen Ort. Auch im Innern überzeugt das Konzept durch Offenheit, Flexibilität und gute Tageslichtbedingungen. Insgesamt ist eine sorgfältige und funktional schlüssige Erweiterung entstanden, die aus den Einschränkungen des Grundstücks eine besondere räumliche Qualität entwickelt. Das Projekt zeigt, wie ein anspruchsvolles Forschungs- und Bürogebäude präzise, identitätsstiftend und stadträumlich wirksam gestaltet werden kann.