Erweiterung der Beruflichen Schule
Rottenburg am Neckar

Architekturbüro
MGF Architekten
Stuttgart
www.mgf-architekten.de
Bauherr
Landratsamt Tübingen, Kreisschulen und Liegenschaften
Tübingen
Auszeichnung
2026
Sachgruppe
Schulen, Ausbildung
Kreisgruppe
Neckar - Alb
Jahr der Fertigstellung
2025
Beschreibung
Beschreibung

A U F G A B E -
Die Erweiterung der Berufsschule Rottenburg mit Klassenräumen, Media- und Bibliotheksbereichen sowie Schülerarbeitsräumen bildet den finalen Baustein eines über Jahrzehnte gewachsenen Schulcampus. Der längliche Baukörper mit Auskragungen im Obergeschoss reagiert auf die engen, räumlichen Rahmenbedingungen. Der reduzierte Fußabdruck im Erdgeschoss schafft eine großzügige Eingangssituation und erweiterte Pausenflächen. Eine Rampen- und Treppenanlage verzahnt die neuen Höfe mit den Bestandsbauten.

KONSTRUKTION -
Das Tragwerk ist in Holz-Beton-Hybridbauweise ausgeführt. Untergeschoss und auskragende Kopfenden sind in Beton realisiert, die Zwischendecken als Holz-Betonverbundkonstruktion. Die Wände bestehen aus vollflächigen Brettschichtholzelementen in Sichtqualität.

FASSADE -
Die vorgehängte, hinterlüftete Fassade in vertikaler Linienstruktur wird durch ineinandergreifende, vorvergraute Holzlisenen geprägt. Bandartige Öffnungen betonen die liegende Proportion. Die Auskragungen an Nord- und Südseite fungieren als Vordach und markieren den Haupteingang.

INNENRAUM -
Im Innern treten Sichtbeton der Stahlbetonwände und Brettschichtholzoberflächen unmittelbar in Erscheinung. Konstruktion und Raumoberfläche fallen zusammen – ohne zusätzliche Verkleidung.

Würdigung
Würdigung

Das Projekt ergänzt einen großen, über Jahre gewachsenen Schulkomplex um einen Neubau, der sich selbstverständlich in das bestehende Ensemble einfügt. Statt sich als eigenständiger Solitär behaupten zu wollen, vervollständigt der Neubau stadträumlich und architektonisch die vorhandene Schulanlage und schließt sie zu einem stimmigen Ganzen zusammen. Durch seine Setzung entstehen zugleich neue, überraschende Räume, die der Schule zusätzliche Qualität und Aufenthaltswert verleihen. Der Grundriss überzeugt durch seine Klarheit und gute Orientierung – eine übersichtliche Organisation, die den schulischen Alltag erleichtert. Auch in der Materialwahl zeigt sich eine bewusste Zurückhaltung: Die Materialität wirkt überzeugend einfach, ist im Detail jedoch sorgfältig durchdacht und verrät bei genauerem Hinsehen hohe gestalterische Präzision. Das klare, reduzierte Fassadenbild tritt dabei nicht in Konkurrenz zur bestehenden Bebauung, sondern fügt sich in Zurückhaltung in die vorhandenen Architekturen auf selbstverständliche Weise ein. In der Zusammenschau entsteht ein Erweiterungsbau, der sich seiner Rolle innerhalb eines gewachsenen Ensembles bewusst ist: zurückhaltend in der Erscheinung, aber präzise und qualitätvoll in Grundriss, Material und Detail – ein gelungenes Beispiel, wie schulische Bauaufgaben im Bestand nachhaltig und behutsam weiterentwickelt werden können.

Projektbeteiligte
Projektteam
Armin Günster,
Jochen Schmelz,
Sandro Rendina
Tragwerksplanung
Engelsmann Peters, Stuttgart
Haustechnik
IGP Ingenieurgesellschaft für Technische Ausrüstung, Pforzheim
Elektro
Ingenieurbüro Schork, Stuttgart
Bauphysik
ebök, Tübingen
Brandschutz
Sinfiro, Balingen
Standort
Eugen-Semle-Straße 9, 72108 Rottenburg am Neckar
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