Im Zuge der Sanierung und Modernisierung des Mösle-Wander-Parkplatzes wurde eine neue Mobilitätsstation aus drei Pavillons mit unterschiedlichen Nutzungen errichtet.
Diese sind als Ensemble leicht versetzt um einen kleinen Vorplatz angeordnet, der die Besucher*innen empfängt. Aus Hochwasserschutzgründen stehen die Pavillons leicht erhöht auf einem Plateau oberhalb der Alb, die nördlich vorbeifließt. Unterschiedliche Dachaufbauten orientieren sich an den jeweiligen Funktionen und erleichtern die Orientierung.
Die Pavillons beinhalten moderne Sanitäranlagen, eine Vesperhütte für Wanderer mit Automaten, welche täglich mit frischen Produkten aus der Region bestückt werden, sowie ein Wartehäuschen für die Busfahrgäste und eine Leihstation für Fahrräder und E-Bikes mit entsprechenden Ladestationen.
Das Bauvorhaben ist in nachhaltiger Holzbauweise mit massiven Brettsperrholzelementen ausgeführt.
Für die Gebäudekonstruktion und die Fassadenverkleidung wurden heimische Nadelhölzer verwendet. Die Gebäude können komplett rückgebaut und die verwendeten Baumaterialien wiederverwendet werden. Für die Fassade und Dachdeckungen wurde eine durchgehende Holzschindelfassade verwendet. Bei den Schindeln handelt es sich um handgespaltenen Lärchenschindeln mit gemischten Breiten, welche in einer Dreifachdeckung aufgebracht wurden.
Die Jury würdigt die Mobilitätsstation als überzeugende räumliche und architektonische Intervention am Übergang zwischen Dorf und Landschaft. Das Ensemble aus drei versetzt angeordneten, holzschindelverkleideten Baukörpern mit prägnant gekappten Walmdächern verleiht dem bislang unspezifischen Wanderparkplatz eine klare Adresse und schafft einen einladenden Ort des Ankommens, Entdeckens und Verweilens.
Besonders überzeugt die Verknüpfung unterschiedlicher infrastruktureller Funktionen mit hoher Aufenthaltsqualität. Die robuste, kantige Vollholzmöblierung, die präzise ausgebildeten Nischen und das stimmige Belichtungskonzept sind gestalterisch konsequent aufeinander abgestimmt. Auch die sorgfältig ausgeführten Anschlüsse der handgespaltenen Schindelfassade zeugen von hoher konstruktiver und handwerklicher Qualität; die Einbindung der Türleibungen hätte allerdings etwas sensibler erfolgen können.
Die Verwendung heimischen Holzes, die rückbaubare Konstruktion und die auf die Hochwassergefährdung abgestimmten Betonsockel belegen einen verantwortungsvollen Umgang mit Material, Ort und Ressourcen. Regionale Bautradition wird dabei zeitgemäß weiterentwickelt. Das Projekt steht als Beispiel dafür, wie kleine Infrastrukturbauten durch klare Typologie, konstruktive Angemessenheit und gestalterische Sorgfalt zu qualitätsvollen öffentlichen Orten werden können.