Die Straßenmeisterei Maulbronn wurde in den 1960er-Jahren als Ganzjahresstützpunkt für Straßenunterhaltung errichtet. 60 Jahre später entsprachen die Gebäude nicht mehr den heutigen Anforderungen. Da kein Ersatzstandort verfügbar war, entschied sich der Bauherr für Rück- und Neubau im laufenden Betrieb. Das Architektenteam entwickelte dafür eine kompakte, klar organisierte Gesamtanlage aus Hallen, Werkstätten sowie Büro- und Sozialbereichen.
Das Gebäudeensemble entstand in zwei Bauabschnitten, sodass der 24/7-Betrieb aufrechterhalten werden konnte. Die Architektur folgt einer konsequenten Hybridbauweise: robuste Sockel- und Infrastrukturbauteile aus Beton, darüber vorgefertigte Holzbauelemente mit hohem Vorfertigungsgrad. Eine durchgängige integrale 3D-Planung ermöglichte präzise Abläufe und eine schnelle Montage.
Energetisch arbeitet das Gebäude über dem Null-Energie-Standard: Photovoltaikflächen, Batteriespeicher und Luft-Wasser-Wärmepumpe erzeugen mehr Energie, als im Betrieb verbraucht wird. Überschüsse versorgen unter anderem die Ladeinfrastruktur des elektrischen Fuhrparks.
Eine einheitliche Hülle aus sägerauem, lasiertem Nadelholz fasst sämtliche Nutzungen zu einem präzise definierten Baukörper zusammen. Durch seine klare architektonische Ausformulierung und eine exponierte Lage wird der Neubau als markanter Auftakt am Stadteingang wahrgenommen.
Die zentrale Rolle von Infrastrukturbauten für das Funktionieren unserer hochkomplexen Gesellschaft steht häufig in einem deutlichen Missverhältnis zu ihrer architektonischen Qualität. Dass es auch anders geht, beweist das Architekturbüro THOMA.LAY.BUCHLER.ARCHITEKTEN aus Stuttgart mit dem Neubau der Straßenmeisterei in Maulbronn. Das Gebäude darf gern Maßstäbe für die Zukunft in diesem Gebiet des Bauens setzen. Die Aufgabe bestand darin, die bestehende Straßenmeisterei mit Bauten aus den 1960er-Jahren im laufenden Betrieb und in zwei Teilabschnitten zu ersetzen. Die Architekten ordneten ihre Neubauten in einem großen U um den zentralen Werkhof herum an und reizten die bebaubare Grundstücksfläche dabei maximal aus.Ihren besonderen Reiz erhält die Anordnung durch eine leichte Verdrehung der Fahrzeughallen zueinander, die dem trapezförmigen Grundstückszuschnitt geschuldet ist. Dadurch erhält die Hallenreihe im Grundriss einen feinen Sägezahnschnitt, der für ein lebendiges Licht- und Schattenspiel auf der überlangen Fassade sorgt. Dieses Spiel wird noch durch die gegeneinander versetzt angeordneten Pultdächer über den Hallen sowie die in der Grundform dreieckigen Dachüberstände verstärkt, die in der Aufsicht eine durchlaufende Dachlinie ergeben. Aus funktional begründeten und nachvollziehbaren geometrischen Entscheidungen entsteht so eine überzeugende, ästhetische Lösung.