Bischofsgrablege Sülchenkirche Rottenburg am Neckar

Auszeichnungsjahr · 2020
Standort · Sülchenstrasse
72108 Rottenburg am Neckar
Architekt · Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH (www.cn-architekten.com)
Bauherr · Bistum Rottenburg-Stuttgart
Fotograf · Adolf Bereuter

Würdigung der Jury

Die Ausgrabungen unterhalb der Sülchenkirche hatten einst das Bistum Rottenburg-Stuttgart bewogen, die marode wirkende Bischofsgrablege grundlegend neu gestalten zu lassen. Das Ergebnis ist ein Abtauchen aus der oberirdischen Kirche in einen Grund, den die Besucher spüren, riechen und sehen. Der Andachtsraum mit der Grablege ist vollkommen schmucklos. Für die Wände und den Fußboden wurde der Lehm aus den Ausgrabungen Schicht für Schicht gestampft. Ergreifend archaisch sind auch die Materialien gewählt, nämlich Gauinger Travertin für den Altarblock, Schiefer für die Grabplatten sowie patiniertes Messing für Kreuz, Gittertor und Geländer. Ebenso spürbar ist die Zahlenmystik, die der Raumproportion zugrunde liegt. Der Höhepunkt der überwältigenden Präzision, die alle architektonischen Entscheidungen durchdringt, ist mit der Lichtführung erreicht, neben dimmbaren Lampen eine einzige Deckenleuchte über dem Altar, deren Strahlen gleichsam durch den Raum diffundieren. Der Gesamteindruck der Bischofsgrablege ist überwältigend und vermittelt eine von Religionen freie Mystik. Dieser Ort wird nicht zu Unrecht als ein neuer Wallfahrtsort bezeichnet.

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